Wer Waren international versendet, begegnet schnell Begriffen wie HS Code, Zolltarifnummer, Warennummer, KN Code oder TARIC Code.
Oft werden diese Begriffe synonym verwendet. Tatsächlich bezeichnen sie jedoch unterschiedliche Ebenen der internationalen und europäischen Warenklassifizierung.
Die richtige Zolltarifnummer ist für die Zollabfertigung von zentraler Bedeutung. Sie beeinflusst unter anderem, welcher Zollsatz angewendet wird, ob besondere Einfuhr oder Ausfuhrbeschränkungen bestehen und welche Dokumente oder Genehmigungen möglicherweise erforderlich sind.
Mit Paket International können Unternehmen Waren und Zolldaten in ihre internationalen Versandprozesse integrieren und daraus Versandlabel, Zollinformationen und Exportdokumente erstellen.
Eine ausführliche Hilfestellung zur Warenklassifizierung finden Sie außerdem auf unserer Seite Zolltarifnummer bestimmen.
Internationale Versandkosten berechnen
Die Zolltarifnummer ist ein numerischer Code, mit dem Waren im internationalen Handel eindeutig einer bestimmten Warenkategorie zugeordnet werden.
Eine solche Klassifizierung wird benötigt, damit Zollbehörden erkennen können:
Die Zolltarifnummer ist damit gewissermaßen die international verständliche Produktklassifizierung für den Zoll.
Entscheidend ist jedoch: Es gibt nicht nur eine einzige Länge der Zolltarifnummer.
Je nach Einsatzgebiet werden 6, 8, 10 oder in Deutschland bei der Einfuhr sogar 11 Stellen verwendet.
Der Aufbau erfolgt hierarchisch.
Die ersten sechs Stellen bilden die internationale Grundlage. Anschließend können Länder oder Zollgebiete weitere Stellen ergänzen.
| Bezeichnung | Stellen | Verwendung |
|---|---|---|
| HS Code | 6 | internationale Warenklassifizierung |
| KN Code | 8 | Warenklassifizierung innerhalb der EU |
| TARIC Code | 10 | EU Zolltarif und handelspolitische Maßnahmen |
| vollständige Codenummer Deutschland | 11 | Einfuhr nach Deutschland |
Das Harmonised System bildet dabei die internationale Grundlage. Die europäische Kombinierte Nomenklatur erweitert den sechsstelligen HS Code auf acht Stellen. TARIC ergänzt diesen wiederum auf zehn Stellen. Deutschland verwendet für die vollständige Einfuhr Codenummer zusätzlich eine nationale elfte Stelle.
HS steht für Harmonized System beziehungsweise Harmonisiertes System zur Bezeichnung und Codierung von Waren.
Das System wurde unter dem Dach der Weltzollorganisation entwickelt und bildet die Grundlage für die Warenklassifizierung in einem großen Teil des internationalen Handels.
Der internationale HS Code besteht aus sechs Stellen.
Die Europäische Kommission beschreibt das HS als internationales System für Zoll und Statistik. Es umfasst rund 5.000 Warengruppen und wird von mehr als 200 Zollverwaltungen weltweit angewendet.
Die ersten Stellen grenzen die Ware Schritt für Schritt genauer ein.
Beispielsweise:
18
Kapitel 18: Kakao und Zubereitungen aus Kakao
1806
Position: Schokolade und andere kakaohaltige Lebensmittelzubereitungen
1806 10
HS Unterposition: Kakaopulver mit Zusatz von Zucker oder anderen Süßmitteln
Die ersten sechs Stellen bilden damit die international harmonisierte Basis.
KN steht für Kombinierte Nomenklatur.
Die Europäische Union erweitert den internationalen sechsstelligen HS Code um zwei weitere Stellen.
Dadurch entsteht ein achtstelliger KN Code.
Die Kombinierte Nomenklatur wird unter anderem für die zolltarifliche Einreihung von Waren innerhalb der Europäischen Union und für Außenhandelsstatistiken verwendet. Jeder KN Code besteht aus acht Stellen.
Ein Beispiel:
1806 10
HS Code mit sechs Stellen
1806 10 15
KN Code mit acht Stellen
Die zusätzlichen Stellen ermöglichen innerhalb der Europäischen Union eine genauere Unterscheidung verschiedener Waren.
In Deutschland wird insbesondere bei der Ausfuhr häufig von der Warennummer gesprochen.
Für eine gewöhnliche Ausfuhranmeldung wird grundsätzlich die achtstellige Warennummer der Kombinierten Nomenklatur verwendet.
Das bedeutet:
Export aus Deutschland: in der Regel 8 Stellen
Bei einer förmlichen Ausfuhranmeldung wird diese Warennummer beispielsweise in den entsprechenden Warenpositionsdaten angegeben.
Weitere Informationen zur elektronischen Ausfuhranmeldung finden Sie auf unserer Seite zum Ausfuhrbegleitdokument und zur MRN.
TARIC steht für Tarif Intégré de l'Union Européenne, also den integrierten Zolltarif der Europäischen Union.
Der achtstellige KN Code wird dabei um zwei weitere Stellen erweitert.
So entsteht ein zehnstelliger TARIC Code.
TARIC bildet zahlreiche Maßnahmen des europäischen Zoll und Handelsrechts ab.
Dazu können beispielsweise gehören:
Die Europäische Kommission beschreibt TARIC als Datenbank, in der die Maßnahmen des EU Zolltarifs sowie handels und agrarpolitische Maßnahmen zusammengeführt werden.
Bei der Einfuhr nach Deutschland wird die europäische TARIC Codenummer um eine nationale Stelle ergänzt.
Dadurch entsteht die vollständige elfstellige Codenummer.
Der deutsche Zoll unterscheidet deshalb praktisch zwischen:
Ausfuhr
8 stellige Warennummer
und
Einfuhr
11 stellige Codenummer
Das aktuelle Merkblatt des deutschen Zolls sieht für Einfuhranmeldungen die elfstellige Warennummer vor. Die elfte Stelle stellt eine nationale Angabe dar.
Wenn Sie Waren aus Deutschland in ein Drittland exportieren und eine förmliche Ausfuhranmeldung erforderlich ist, wird grundsätzlich die achtstellige Warennummer verwendet.
Beispiele für Drittländer sind:
Bei einer Sendung von Deutschland in die USA kann beispielsweise auf der Handelsrechnung zusätzlich ein sechsstelliger HS Code angegeben werden, während für eine deutsche Ausfuhranmeldung die entsprechende achtstellige KN Warennummer benötigt wird.
Das ist einer der Gründe, warum Unternehmen in ihren Produktstammdaten möglichst nicht nur irgendeinen internationalen HS Code speichern sollten.
Für europäische Exportprozesse ist die korrekte achtstellige Warennummer besonders wichtig.
Wer Waren aus einem Drittland nach Deutschland importiert, benötigt für die deutsche Einfuhranmeldung grundsätzlich die vollständige elfstellige Codenummer.
Beispiel:
Ein deutsches Unternehmen kauft Maschinenbauteile in China.
Der chinesische Lieferant nennt auf seiner Rechnung möglicherweise einen sechsstelligen HS Code.
Für die deutsche Einfuhr reicht dieser sechsstellige Code jedoch nicht zwangsläufig aus.
Die Ware muss entsprechend den europäischen und deutschen Unterteilungen weiter klassifiziert werden.
Der vom ausländischen Lieferanten angegebene HS Code kann dabei eine wichtige Orientierung sein, sollte aber nicht ungeprüft als deutsche Zolltarifnummer übernommen werden.
Die ersten sechs Stellen des HS Codes bilden die international harmonisierte Grundlage.
Ab der siebten Stelle können einzelne Staaten oder Zollgebiete jedoch eigene Unterteilungen vornehmen.
Deshalb kann beispielsweise ein Produkt weltweit denselben sechsstelligen HS Code besitzen, aber:
haben.
Wer von Deutschland aus exportiert, sollte daher zwischen der internationalen HS Klassifizierung und der für den konkreten Zollprozess erforderlichen nationalen beziehungsweise europäischen Warenklassifizierung unterscheiden.
Für Deutschland ist der Elektronische Zolltarif, EZT Online, eine wichtige Informationsquelle.
Dort können Waren sowohl für die Einfuhr als auch für die Ausfuhr recherchiert werden.
Bei der Suche sollte jedoch nicht ausschließlich nach dem Produktnamen gesucht werden.
Die zolltarifliche Einreihung richtet sich nach den objektiven Eigenschaften und Merkmalen der Ware.
Dazu gehören beispielsweise:
Unsere ausführliche Anleitung finden Sie unter Zolltarifnummer bestimmen.
Bezeichnungen aus einem Onlineshop oder Warenwirtschaftssystem sind häufig für Marketing und Verkauf optimiert.
Für die zollrechtliche Einreihung reichen sie jedoch oft nicht.
Beispiele für problematische Bezeichnungen:
Der Zoll muss wissen, was die Ware tatsächlich ist und welche objektiven Merkmale sie besitzt.
Statt „Ersatzteil“ könnte beispielsweise notwendig sein:
Zahnrad aus gehärtetem Stahl für industrielles Getriebe
Statt „Elektronik“:
elektronische Steuerplatine für industrielle Verpackungsmaschine
Statt „Kleidung“:
Herren T Shirt aus 100 Prozent Baumwolle, gestrickt
Je genauer die Produktdaten gepflegt werden, desto einfacher lässt sich die korrekte Zolltarifnummer bestimmen.
Die Einreihung sollte systematisch erfolgen.
Zunächst muss eindeutig festgestellt werden, um welche Ware es sich handelt.
Wichtig können beispielsweise sein:
Das Zolltarifsystem ist in verschiedene Abschnitte und Kapitel gegliedert.
Die ersten beiden Stellen des HS Codes bestimmen das Kapitel.
Anschließend wird die vierstellige Position innerhalb des Kapitels bestimmt.
Die nächsten beiden Stellen führen zur sechsstelligen internationalen HS Unterposition.
Für europäische Zollverfahren wird anschließend die achtstellige KN Unterposition bestimmt.
Bei der Einfuhr muss geprüft werden, ob zusätzliche TARIC Unterteilungen oder Maßnahmen bestehen.
Bei einer deutschen Einfuhr wird daraus gegebenenfalls die vollständige elfstellige Codenummer.
Anhand des offiziellen Beispiels der Europäischen Kommission lässt sich der Aufbau gut erkennen.
18
Kakao und Zubereitungen aus Kakao
1806
Schokolade und andere kakaohaltige Lebensmittelzubereitungen
1806 10
Kakaopulver mit Zusatz von Zucker oder anderen Süßmitteln
1806 10 15
weitere europäische Unterteilung anhand der konkreten Produkteigenschaften
Damit wird deutlich:
Je mehr Stellen hinzukommen, desto genauer wird die Ware klassifiziert.
Die Verantwortung sollte nicht einfach auf den Lieferanten oder Versanddienstleister übertragen werden.
Wer eine Zollanmeldung abgibt beziehungsweise in wessen Namen sie abgegeben wird, muss sicherstellen, dass die verwendeten Angaben korrekt sind.
Gerade beim Import sollten Unternehmen deshalb nicht ungeprüft die Warenklassifizierung eines ausländischen Lieferanten übernehmen.
Ein chinesischer oder amerikanischer Lieferant kann beispielsweise einen in seinem Land üblichen Code verwenden, der nicht vollständig mit der europäischen Klassifizierung übereinstimmt.
Das kann insbesondere ab der siebten Stelle relevant werden.
Eine falsche Warenklassifizierung kann weitreichende Folgen haben.
Möglich sind beispielsweise:
Besonders problematisch wird es, wenn aufgrund der falschen Klassifizierung eine erforderliche Genehmigung, Antidumpingmaßnahme oder Einfuhrbeschränkung nicht erkannt wird.
Die Zolltarifnummer sollte deshalb nicht lediglich als Pflichtfeld im Versandprozess betrachtet werden.
Sie ist eine der zentralen Grundlagen der Zollabwicklung.
Mehr zur allgemeinen Abwicklung erfahren Sie in unserem Zollguide zur Zollabfertigung beim internationalen Versand.
Ja.
Die Warenklassifizierung ist eine wichtige Grundlage für die Ermittlung des Zollsatzes.
Der tatsächliche Zollbetrag hängt jedoch nicht allein von der Zolltarifnummer ab.
Weitere Faktoren können sein:
Zwei Waren mit demselben Warenwert können deshalb unterschiedlich hohe Einfuhrabgaben verursachen.
Mit Paket International können Versandkosten und mögliche Einfuhrabgaben bereits vor dem Versand kalkuliert werden.
Versand und Einfuhrabgaben berechnen
Zolltarifnummer und Warenursprung werden häufig miteinander verwechselt.
Die Zolltarifnummer beschreibt:
Was ist die Ware?
Der Warenursprung beantwortet:
Wo hat die Ware ihren zollrechtlichen Ursprung?
Beispiel:
Ein in China hergestelltes elektronisches Bauteil wird von einem deutschen Händler aus Leipzig in die Schweiz verschickt.
Versandland:
Deutschland
Ursprungsland:
China
Zolltarifnummer:
richtet sich nach Art und Eigenschaften des Bauteils
Alle drei Angaben beschreiben also unterschiedliche Aspekte derselben Sendung.
Die Zolltarifnummer ist auch wichtig, wenn geprüft werden soll, ob eine Ware von einem Freihandelsabkommen profitieren kann.
Denn Ursprungsregeln werden häufig produktspezifisch anhand der tariflichen Einreihung festgelegt.
Das bedeutet:
Für eine Ware unter einer bestimmten Zolltarifnummer können andere Ursprungsvoraussetzungen gelten als für eine Ware unter einer anderen Tarifposition.
Deshalb muss zunächst die korrekte Warenklassifizierung feststehen, bevor zuverlässig geprüft werden kann, ob ein Präferenzursprung vorliegt.
Ein bekanntes Beispiel ist das Handels und Kooperationsabkommen zwischen der EU und Großbritannien.
Eine Ware wird nicht allein deshalb zollfrei, weil sie aus Deutschland nach Großbritannien versendet wird.
Sie muss die entsprechenden Ursprungsregeln erfüllen.
Bei internationalen Warensendungen sollte die passende Warenklassifizierung auch in den Zoll und Rechnungsdaten berücksichtigt werden.
Eine Handelsrechnung enthält typischerweise:
Damit stehen dem Versanddienstleister und den beteiligten Zollbehörden wichtige Informationen für die Ausfuhr und Einfuhr zur Verfügung.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Überblick zu den Versandunterlagen für internationale Sendungen.
Auch bei einer Proforma Rechnung sollte die Ware korrekt klassifiziert werden.
Das betrifft beispielsweise:
Dass keine normale Verkaufstransaktion vorliegt, ändert nichts daran, dass der Zoll wissen muss, um welche Ware es sich handelt.
Auch ein kostenlos versendetes Produkt besitzt deshalb grundsätzlich eine Warenart, einen Warenwert und eine zolltarifliche Einreihung.
Bei einer förmlichen Ausfuhranmeldung gehört die Warennummer zu den zentralen Warenpositionsdaten.
Für die Ausfuhr wird grundsätzlich die achtstellige Warennummer der Kombinierten Nomenklatur verwendet. Der deutsche EZT unterscheidet entsprechend zwischen einer maximal achtstelligen Warennummer für die Ausfuhr und der bis zu elfstelligen Codenummer für die Einfuhr.
Nach Annahme einer entsprechenden elektronischen Ausfuhranmeldung erhält der Zollvorgang eine MRN.
Weitere Informationen dazu finden Sie unter Ausfuhrbegleitdokument und MRN.
Bei der Einfuhr aus einem Drittland nach Deutschland geht die Klassifizierung weiter.
Hier wird die vollständige elfstellige Codenummer benötigt.
Über diese Klassifizierung können zusätzliche Maßnahmen ermittelt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
Deshalb kann ein einfacher sechsstelliger HS Code bei der Einfuhr nach Deutschland zu ungenau sein.
Neben der eigentlichen TARIC Klassifizierung können für bestimmte Waren zusätzliche Codes erforderlich sein.
Solche TARIC Zusatzcodes können beispielsweise verwendet werden, wenn besondere handelspolitische Maßnahmen weiter differenziert werden müssen.
Das kann unter anderem bei bestimmten:
relevant sein.
Ob ein Zusatzcode benötigt wird, ergibt sich aus der konkreten Wareneinreihung und den aktuell geltenden Maßnahmen.
Ja.
Die Warenklassifizierung ist nicht vollständig statisch.
Die Kombinierte Nomenklatur wird jährlich aktualisiert. Die für 2026 geltende Fassung ist seit dem 1. Januar 2026 anzuwenden.
Dabei können beispielsweise:
Unternehmen sollten ihre Produktstammdaten deshalb regelmäßig überprüfen.
Eine Zolltarifnummer, die vor mehreren Jahren korrekt war, muss nicht zwingend heute noch unverändert gültig sein.
Für Unternehmen mit regelmäßigem internationalen Versand ist es ineffizient, die Warennummer bei jeder Bestellung neu zu recherchieren.
Sinnvoller ist es, Zolldaten direkt im Produktstamm zu hinterlegen.
Zu den wichtigen Produktdaten gehören:
Diese Daten können anschließend für internationale Bestellungen automatisiert in den Versandprozess übernommen werden.
Damit lassen sich beispielsweise:
Paket International kann entsprechende Versand und Zolldaten aus Shop, ERP oder Warenwirtschaft übernehmen.
Mehr dazu finden Sie bei unseren technischen Lösungen.
Für internationale Online Shops hat die richtige Zolltarifnummer noch eine weitere wichtige Funktion.
Soll bereits im Checkout berechnet werden, welche Importkosten im Zielland entstehen, muss bekannt sein, um welche Ware es sich handelt.
Eine wichtige Berechnungsgrundlage ist deshalb die Zolltarifnummer beziehungsweise der HS Code.
Zusammen mit Angaben wie:
können mögliche Einfuhrabgaben bestimmt werden.
Mit Paket International lassen sich Versandkosten und Einfuhrabgaben im Checkout berechnen.
Das ist insbesondere für internationale DDP Prozesse interessant.
Ja.
Bei regelmäßigem internationalen Versand können Zoll und Produktdaten aus bestehenden Systemen in den Versandprozess übernommen werden.
So lassen sich beispielsweise die im Shop oder ERP hinterlegten:
weiterverwenden.
Dadurch müssen Zolldaten nicht bei jeder Sendung erneut manuell eingegeben werden.
Für individuelle Prozesse steht außerdem die Paket International API zur Verfügung.
Bei komplexen Waren kann die richtige Einreihung schwierig sein.
Wer für eine geplante Ein oder Ausfuhr rechtliche Sicherheit über die zolltarifliche Einreihung einer Ware benötigt, kann eine verbindliche Zolltarifauskunft beantragen.
Eine solche Entscheidung wird als vZTA bezeichnet.
Die verbindliche Zolltarifauskunft legt fest, unter welcher Zolltarifnummer die konkret beschriebene Ware einzureihen ist.
Eine vZTA ist grundsätzlich in der gesamten Europäischen Union gültig und bindet sowohl die Zollverwaltungen als auch den Inhaber der Entscheidung. Die reguläre Gültigkeitsdauer beträgt drei Jahre.
Eine verbindliche Zolltarifauskunft kann insbesondere sinnvoll sein bei:
Bei einem Unternehmen, das tausende identische Produkte pro Jahr importiert, kann die rechtssichere Einreihung wirtschaftlich deutlich wichtiger sein als bei einer einmaligen Kleinsendung.
Auch diese Begriffe werden gelegentlich verwechselt.
Klassifiziert die Ware.
Identifiziert einen Wirtschaftsbeteiligten im Zollverfahren.
Eine EORI Nummer sagt also nichts darüber aus, welche Ware versendet wird.
Eine Zolltarifnummer sagt wiederum nichts darüber aus, welches Unternehmen die Ware exportiert.
Beide Informationen können bei einer Zollanmeldung benötigt werden, erfüllen aber völlig unterschiedliche Funktionen.
Auch hier gilt:
HS Code: Was ist die Ware?
Ursprungsland: Wo hat die Ware ihren zollrechtlichen Ursprung?
EORI: Wer ist der Wirtschaftsbeteiligte?
Warenwert: Welchen Wert besitzt die Ware?
Erst das Zusammenspiel dieser Daten ermöglicht eine vollständige Zollabwicklung.
Bei einer deutschen Einfuhranmeldung reicht der sechsstellige internationale HS Code nicht aus.
Ausländische Lieferanten können andere nationale Erweiterungen verwenden.
Marketingbezeichnungen reichen für eine zollrechtliche Einreihung häufig nicht aus.
Bei vielen Waren ist die Materialzusammensetzung entscheidend.
Bei Maschinen und elektronischen Produkten kann die Hauptfunktion ausschlaggebend sein.
Die Kombinierte Nomenklatur wird jährlich aktualisiert.
Die Zolltarifnummer und der Warenursprung sind zwei getrennte Angaben.
Die Ware muss nach den geltenden Einreihungsregeln klassifiziert werden. Ein niedrigerer Zollsatz ist kein zulässiges Auswahlkriterium.
Bevor Sie eine Warennummer für internationale Sendungen verwenden, sollten Sie prüfen:
Erstellen Sie eine technisch eindeutige Produktbeschreibung.
Dokumentieren Sie relevante Materialien und Zusammensetzungen.
Bestimmen Sie insbesondere bei Maschinen und elektronischen Produkten den hauptsächlichen Verwendungszweck.
Rohmaterial, Halbfertigprodukt und fertiges Produkt können unterschiedlich klassifiziert werden.
Bestimmen Sie zunächst Kapitel, Position und Unterposition.
Ermitteln Sie für EU Prozesse die achtstellige Warennummer.
Dann muss gegebenenfalls die vollständige elfstellige Codenummer bestimmt werden.
Prüfen Sie, ob beispielsweise Antidumpingzölle, Kontingente oder besondere Dokumente relevant sind.
Kontrollieren Sie regelmäßig, ob sich die Kombinierte Nomenklatur geändert hat.
Bei wirtschaftlich bedeutsamen oder komplexen Waren kann eine verbindliche Zolltarifauskunft sinnvoll sein.
Mit Paket International können Produkt, Versand und Zolldaten in einem zentralen internationalen Versandprozess zusammengeführt werden.
Unternehmen können unter anderem:
Gerade bei regelmäßigem internationalen Versand lohnt sich eine strukturierte Pflege der Zolltarifnummern bereits im Produktstamm.
Dadurch können Versand und Zollprozesse deutlich stärker automatisiert werden.
Jetzt internationalen Versand berechnen
Der HS Code ist die sechsstellige internationale Grundlage zur Klassifizierung von Waren. Das Harmonisierte System wird weltweit von Zollverwaltungen zur Einordnung von Waren verwendet.
Nicht vollständig. Der sechsstellige HS Code bildet die internationale Grundlage. In der EU wird er durch die achtstellige Kombinierte Nomenklatur und bei Einfuhren durch weitere TARIC und nationale Stellen ergänzt.
Der international harmonisierte HS Code besitzt sechs Stellen.
Das hängt vom Verfahren ab. Für die Ausfuhr wird grundsätzlich eine achtstellige Warennummer verwendet. Bei der Einfuhr nach Deutschland wird die vollständige elfstellige Codenummer verwendet.
Der KN Code ist die achtstellige Warennummer der Kombinierten Nomenklatur der Europäischen Union. Die ersten sechs Stellen basieren auf dem internationalen HS Code.
TARIC erweitert die achtstellige Kombinierte Nomenklatur auf zehn Stellen und bildet zusätzliche Maßnahmen des EU Zoll und Handelsrechts ab.
Für eine deutsche Ausfuhranmeldung wird grundsätzlich die achtstellige Warennummer der Kombinierten Nomenklatur benötigt.
Für eine deutsche Einfuhranmeldung wird grundsätzlich die vollständige elfstellige Codenummer benötigt.
Der Code kann eine Orientierung sein, sollte jedoch geprüft werden. Insbesondere nationale oder europäische Erweiterungen können sich von der Klassifizierung im Lieferland unterscheiden.
Für Deutschland kann die Einreihung unter anderem über den Elektronischen Zolltarif EZT Online recherchiert werden. Zusätzlich finden Sie auf unserer Seite Zolltarifnummer bestimmen eine ausführliche Anleitung.
Ja. Die Kombinierte Nomenklatur der EU wird jährlich aktualisiert. Deshalb sollten Unternehmen ihre Produktstammdaten regelmäßig überprüfen.
Eine falsche Einreihung kann unter anderem zu falschen Zollbeträgen, Nachforderungen, Verzögerungen, zusätzlichen Prüfungen oder Problemen mit Einfuhrbeschränkungen und Genehmigungen führen.
Sie ist eine wichtige Grundlage. Die tatsächlichen Einfuhrabgaben hängen zusätzlich unter anderem von Warenwert, Ursprung, Zielland und möglichen Präferenzregelungen ab.
Bei internationalen Warensendungen sollte die entsprechende Warenklassifizierung in den Zoll und Rechnungsdaten berücksichtigt werden. Je nach Zielland und Versandverfahren können unterschiedliche Anforderungen gelten.
Eine vZTA ist eine rechtsverbindliche Entscheidung der Zollbehörde über die zolltarifliche Einreihung einer bestimmten Ware. Sie ist grundsätzlich EU weit gültig und in der Regel drei Jahre gültig.
Ja. Gerade für internationale Online Shops ist es sinnvoll, Zolltarifnummer, Warenursprung, Gewicht und Warenwert bereits im Produktstamm zu hinterlegen.
Paket International kann Versand und Produktdaten aus angebundenen Systemen in den internationalen Versandprozess übernehmen. Dadurch lassen sich Zollinformationen, Versanddokumente und weitere Versanddaten automatisierter verarbeiten.
Mehr über unsere Integrationen erfahren Sie unter technische Lösungen.
Internationale Sendungen können direkt über Paket International kalkuliert werden: