Zollabfertigung beim internationalen Versand

Zollabfertigung beim internationalen Versand

Wer Waren aus Deutschland in ein Land außerhalb des EU Zollgebiets versendet oder Waren aus einem Drittland nach Deutschland importiert, muss sich mit der Zollabfertigung beschäftigen.

Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob Zoll bezahlt werden muss. Für eine erfolgreiche Zollabwicklung müssen Waren korrekt beschrieben, bewertet und tariflich eingereiht werden. Außerdem müssen die erforderlichen Versand und Zolldokumente vorliegen.

Mit Paket International unterstützt weltweitversenden Unternehmen bei internationalen Versand und Zollprozessen. Versanddaten, Zolltarifnummern, Warenwerte, Exportdokumente und Einfuhrabgaben können in einem zentralen Prozess verarbeitet werden.

Je nach Versandlösung können außerdem mögliche Zölle, Steuern und Einfuhrabgaben bereits vor dem Versand kalkuliert werden.

Versandkosten und Zollkosten berechnen

Was bedeutet Zollabfertigung?

Unter Zollabfertigung versteht man die zollrechtliche Behandlung einer Ware beim Verlassen oder Betreten eines Zollgebiets.

Bei einer Sendung von Deutschland in ein Drittland gibt es grundsätzlich zwei voneinander getrennte Vorgänge:

Ausfuhr aus Deutschland

Die Ware verlässt das Zollgebiet der Europäischen Union.

Dabei können deutsche beziehungsweise europäische Ausfuhrvorschriften relevant sein.

Einfuhr im Zielland

Die Ware wird anschließend im Empfangsland eingeführt.

Dort gelten die Zoll und Einfuhrbestimmungen des jeweiligen Landes.

Deshalb ist es wichtig, Ausfuhr und Einfuhr nicht miteinander zu verwechseln.

Eine Sendung kann beispielsweise die deutsche Ausfuhr problemlos durchlaufen, im Zielland aber trotzdem aufgrund einer fehlenden Importgenehmigung gestoppt werden.

Wann ist eine Zollabfertigung erforderlich?

Eine klassische Zollabfertigung wird insbesondere relevant, wenn Waren die Grenze eines Zollgebiets überschreiten.

Typische Beispiele sind Sendungen von Deutschland in:

  • die USA
  • die Schweiz
  • Großbritannien
  • Kanada
  • Australien
  • Japan
  • China
  • die Vereinigten Arabischen Emirate

Auch Importe aus diesen Ländern nach Deutschland müssen grundsätzlich zollrechtlich behandelt werden.

Welche Vorschriften im konkreten Empfangsland gelten, erfahren Sie in unserem Überblick zu den internationalen Versandländern.

Zollabfertigung innerhalb der EU

Die Aussage „innerhalb Europas gibt es keinen Zoll“ ist zu pauschal.

Entscheidend ist nicht, ob ein Land geografisch zu Europa gehört, sondern ob sich die Ware innerhalb des EU Zollgebiets bewegt.

Für gewöhnliche Unionswaren im freien Verkehr fallen zwischen den EU Mitgliedstaaten grundsätzlich keine Einfuhrzölle und keine regulären Zollkontrollen an.

Eine normale Warenlieferung von Deutschland nach Frankreich oder Österreich unterscheidet sich deshalb deutlich von einer Lieferung in die Schweiz oder nach Großbritannien.

Die Schweiz liegt geografisch in Europa, gehört aber nicht zur Europäischen Union.

Dasselbe gilt seit dem Brexit für Großbritannien.

Weitere Informationen zu diesem Sonderfall finden Sie in unserem Brexit Zollguide für Großbritannien.

Was passiert bei der Zollabfertigung?

Der genaue Ablauf unterscheidet sich nach Land, Versanddienstleister und Zollverfahren.

Typischerweise werden jedoch folgende Informationen geprüft:

  • Absender
  • Empfänger
  • Warenbeschreibung
  • Warenwert
  • Zolltarifnummer
  • Ursprungsland
  • Menge
  • Gewicht
  • Versandgrund
  • Handels oder Proforma Rechnung
  • gegebenenfalls Genehmigungen
  • gegebenenfalls Präferenznachweise

Anhand dieser Angaben wird unter anderem geprüft:

  1. Darf die Ware ein oder ausgeführt werden?
  2. Ist die Warenbeschreibung plausibel?
  3. Ist die Zolltarifnummer korrekt?
  4. Welchen Ursprung besitzt die Ware?
  5. Welcher Zollwert ist anzusetzen?
  6. Welcher Zollsatz gilt?
  7. Welche Einfuhrsteuern fallen an?
  8. Sind besondere Genehmigungen notwendig?

Fehlende oder widersprüchliche Angaben können Rückfragen, Verzögerungen oder eine manuelle Prüfung auslösen.

Welche Dokumente werden für die Zollabfertigung benötigt?

Die erforderlichen Unterlagen hängen vom konkreten Versandvorgang ab.

Zu den wichtigsten Dokumenten gehören:

  • Handelsrechnung
  • Proforma Rechnung
  • Packliste
  • Ausfuhranmeldung
  • Ausfuhrbegleitdokument
  • MRN
  • Ursprungszeugnis
  • Präferenznachweis
  • gegebenenfalls Genehmigungen und Zertifikate

Eine ausführliche Übersicht finden Sie auf unserer Seite zu den Versandunterlagen für den internationalen Versand.

Paket International kann viele dieser Zoll und Exportdokumente automatisiert erstellen.

Handelsrechnung bei der Zollabfertigung

Bei kommerziellen Warensendungen in Drittländer ist die Handelsrechnung eines der wichtigsten Zolldokumente.

Sie enthält üblicherweise:

  • Name und Anschrift des Verkäufers
  • Name und Anschrift des Empfängers
  • Rechnungsnummer
  • Rechnungsdatum
  • detaillierte Warenbeschreibung
  • Stückzahl
  • Einzelwert
  • Gesamtwert
  • Währung
  • Zolltarifnummer
  • Ursprungsland
  • Gewicht
  • Lieferbedingung
  • gegebenenfalls EORI Nummer

Die Angaben auf der Handelsrechnung sollten mit den elektronisch übermittelten Zolldaten übereinstimmen.

Proforma Rechnung

Wenn keine gewöhnliche Verkaufstransaktion vorliegt, kann eine Proforma Rechnung verwendet werden.

Das betrifft beispielsweise:

  • Warenmuster
  • Geschenke
  • Reparatursendungen
  • kostenlose Ersatzlieferungen
  • temporäre Ausfuhren
  • bestimmte private Sendungen

Auch bei einer kostenlosen Sendung muss jedoch normalerweise ein realistischer Warenwert angegeben werden.

Kostenlos bedeutet nicht wertlos.

Eine Ware darf deshalb nicht einfach mit 0 Euro angegeben werden, nur weil sie dem Empfänger nicht berechnet wird.

Ist ein Geschenk automatisch zollfrei?

Nein.

Aber auch die umgekehrte Aussage, jedes Geschenk sei automatisch abgabenpflichtig, ist falsch.

Ob für eine Geschenksendung Abgaben entstehen, hängt von den Vorschriften des jeweiligen Empfangslandes ab.

Bei der Einfuhr in die Europäische Union bestehen beispielsweise unter bestimmten Voraussetzungen Erleichterungen für echte private Geschenksendungen.

Dafür müssen unter anderem Bedingungen erfüllt sein wie:

  • Versand von Privatperson an Privatperson
  • gelegentlicher Versand
  • keine kommerzielle Gegenleistung
  • ausschließlich persönlicher Gebrauch
  • Einhaltung der jeweiligen Wertgrenzen

Für echte private Geschenksendungen in die EU kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Abgabenbefreiung bis zu einem Warenwert von 45 Euro bestehen.

Für Alkohol, Tabak, Parfüm und andere bestimmte Waren gelten zusätzliche Mengen und Sonderregelungen.

Eine Bestellung aus einem Onlineshop wird nicht dadurch zu einer privaten Geschenksendung, dass auf der Zollinhaltserklärung „Gift“ angekreuzt wird.

Die Zolltarifnummer als Grundlage der Zollabfertigung

Eine der wichtigsten Angaben ist die Zolltarifnummer beziehungsweise der HS Code.

Über die zolltarifliche Einreihung können unter anderem bestimmt werden:

  • Zollsatz
  • mögliche Einfuhrbeschränkungen
  • Exportbeschränkungen
  • Genehmigungspflichten
  • Antidumpingmaßnahmen
  • Präferenzmöglichkeiten
  • statistische Anforderungen

Eine falsche Zolltarifnummer kann deshalb erhebliche Auswirkungen auf die Zollabfertigung haben.

Wie Sie eine Ware korrekt klassifizieren, erklären wir ausführlich unter Zolltarifnummer bestimmen.

Was ist der Zollwert?

Der Zollwert ist die Grundlage für die Berechnung wertabhängiger Zölle.

Dabei ist der Zollwert nicht immer identisch mit dem auf einer Rechnung genannten reinen Warenpreis.

Je nach Einfuhrland und Zollrecht können bestimmte Kosten zum Warenpreis hinzugerechnet oder davon abgezogen werden.

Bei der Einfuhr in die Europäische Union ist grundsätzlich der Transaktionswert die wichtigste Methode zur Ermittlung des Zollwerts.

Der Transaktionswert basiert auf dem für die eingeführte Ware tatsächlich gezahlten oder zu zahlenden Preis und wird um bestimmte gesetzlich vorgeschriebene Bestandteile angepasst.

Welche Kosten können zum Zollwert gehören?

Bei der Einfuhr in die EU können abhängig von der konkreten Konstellation unter anderem relevant sein:

  • Kaufpreis der Ware
  • Verpackungskosten
  • bestimmte Provisionen
  • Beförderungskosten bis zum Ort des Verbringens in das EU Zollgebiet
  • Versicherungskosten bis zu diesem Ort
  • bestimmte Lizenz oder Nutzungsgebühren
  • vom Käufer bereitgestellte Materialien oder Leistungen

Andere Kosten können unter bestimmten Voraussetzungen aus dem Zollwert herausgerechnet werden, wenn sie separat ausgewiesen und die gesetzlichen Bedingungen erfüllt sind.

Die konkrete Bewertung hängt immer vom jeweiligen Einfuhrvorgang ab.

Die sechs Methoden zur Ermittlung des Zollwerts

Kann der Zollwert nicht unmittelbar anhand des gewöhnlichen Kaufpreises bestimmt werden, sieht das Zollrecht verschiedene Bewertungsmethoden vor.

Bei der Einfuhr in die Europäische Union gibt es sechs grundlegende Methoden.

1. Transaktionswertmethode

Die wichtigste und am häufigsten verwendete Methode.

Grundlage ist der für die eingeführten Waren tatsächlich gezahlte oder zu zahlende Preis, gegebenenfalls mit notwendigen Zu und Abschlägen.

Beispiel:

Ein deutsches Unternehmen kauft Maschinenkomponenten für 10.000 Euro bei einem Hersteller außerhalb der EU.

Dieser Kaufpreis bildet grundsätzlich den Ausgangspunkt für die Ermittlung des Zollwerts.

2. Transaktionswert identischer Waren

Kann die erste Methode nicht angewendet werden, kann auf den Transaktionswert identischer eingeführter Waren zurückgegriffen werden.

Dabei geht es nicht um Waren, die im Einfuhrland hergestellt wurden.

Entscheidend sind vergleichbare Einfuhren identischer Waren.

3. Transaktionswert ähnlicher Waren

Sind keine geeigneten identischen Waren vorhanden, kann der Transaktionswert ähnlicher eingeführter Waren herangezogen werden.

Diese Waren müssen nicht vollständig identisch sein, aber ähnliche Eigenschaften und Funktionen besitzen.

4. Deduktive Methode

Hier wird vom Verkaufspreis ausgegangen, zu dem die eingeführten oder vergleichbaren Waren im Einfuhrland verkauft werden.

Bestimmte Kosten und Margen werden anschließend abgezogen, um den Zollwert zu ermitteln.

5. Methode des errechneten Wertes

Dabei wird der Zollwert anhand verschiedener Kostenbestandteile ermittelt.

Dazu können gehören:

  • Materialkosten
  • Herstellungskosten
  • Gewinn
  • allgemeine Aufwendungen
  • bestimmte Transport und Versicherungskosten

6. Schlussmethode

Kann keine der vorherigen Methoden angewendet werden, kommt die sogenannte Schluss oder Auffangmethode zur Anwendung.

Dabei wird der Zollwert anhand verfügbarer Daten und unter angemessener Anwendung der Grundsätze der vorherigen Methoden bestimmt.

Die Methoden werden grundsätzlich nicht beliebig ausgewählt, sondern folgen einer vorgegebenen Reihenfolge.

Wie wird der Zoll berechnet?

Die konkrete Berechnung ist abhängig vom Einfuhrland.

Bei einem wertabhängigen Zoll kann vereinfacht gelten:

Zollwert × Zollsatz = Zollbetrag

Beispiel:

Zollwert: 10.000 Euro

Zollsatz: 4 Prozent

Zollbetrag: 400 Euro

Der tatsächlich anzuwendende Zollsatz ergibt sich insbesondere aus:

  • Zolltarifnummer
  • Ursprungsland
  • möglichen Freihandelsabkommen
  • Präferenznachweisen
  • handelspolitischen Maßnahmen

Deshalb kann dieselbe Ware abhängig vom Ursprung mit unterschiedlichen Zollsätzen belastet werden.

Warenursprung und Zollsatz

Das Land, aus dem eine Sendung verschickt wird, ist nicht automatisch das Ursprungsland der Ware.

Beispiel:

Ein deutscher Händler kauft elektronische Produkte in China ein und lagert sie in Deutschland.

Anschließend verkauft er die Produkte in die Schweiz.

Versandland ist Deutschland.

Ursprungsland kann weiterhin China sein.

Diese Unterscheidung kann Auswirkungen auf den Zollsatz und mögliche Präferenzvergünstigungen haben.

Bei bestehenden Handelsabkommen können Waren mit entsprechendem Präferenzursprung unter bestimmten Voraussetzungen von reduzierten oder sogar auf null gesetzten Zollsätzen profitieren.

Was ist die Einfuhrumsatzsteuer?

Neben Zoll kann bei einer Einfuhr eine Importsteuer anfallen.

In Deutschland wird diese als Einfuhrumsatzsteuer bezeichnet.

Andere Staaten verwenden beispielsweise Begriffe wie:

  • Import VAT
  • GST
  • Import Tax

Die Berechnungsgrundlage ist nicht zwangsläufig nur der Warenpreis.

Bei der Einfuhr in die EU können neben dem Zollwert beispielsweise auch Zölle, bestimmte Steuern und zusätzliche Kosten bis zum ersten Bestimmungsort in die Bemessungsgrundlage einfließen.

Deshalb kann die Einfuhrumsatzsteuer auf einer höheren Basis berechnet werden als nur auf dem reinen Kaufpreis der Ware.

Zoll, Steuer und Zollabfertigungsgebühr sind nicht dasselbe

Beim internationalen Versand werden verschiedene Kosten häufig pauschal als „Zollkosten“ bezeichnet.

Dabei sollte zwischen mehreren Positionen unterschieden werden.

Zoll

Eine staatliche Abgabe, die abhängig von Ware, Zollwert und Ursprung erhoben werden kann.

Einfuhrsteuer

Beispielsweise Einfuhrumsatzsteuer, Import VAT oder GST.

Verbrauchsteuer

Kann beispielsweise auf Alkohol, Tabak oder bestimmte Energieerzeugnisse anfallen.

Zollabfertigungs oder Auslagegebühr

Versanddienstleister können für bestimmte Tätigkeiten im Rahmen der Zollabfertigung zusätzliche Service oder Auslagegebühren berechnen.

Diese Gebühren sind keine staatlichen Zölle.

Für eine realistische internationale Kostenkalkulation sollten deshalb möglichst alle relevanten Bestandteile berücksichtigt werden.

Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite zu garantierten Gesamtkosten beim internationalen Versand.

Aktuell 2026: Neue EU Regel für niedrigwertige Einfuhren

Seit dem 1. Juli 2026 gilt in der Europäischen Union eine wichtige Änderung für niedrigwertige E Commerce Importe aus Drittländern.

Für entsprechende Sendungen bis zu einem Wert von 150 Euro wird vorübergehend eine pauschale Zollabgabe von 3 Euro pro Warenposition beziehungsweise Artikelkategorie im Sinne der neuen Regelung erhoben.

Diese Übergangsregelung soll bis zum 1. Juli 2028 gelten.

Damit wurde die bisherige allgemeine Zollbefreiung für niedrigwertige kommerzielle Einfuhren bis 150 Euro verändert.

Die Einfuhrumsatzsteuer war bereits seit 2021 grundsätzlich auch bei niedrigwertigen kommerziellen Importen relevant.

Private Geschenksendungen sind davon zu unterscheiden und besitzen eigene Voraussetzungen und Befreiungsregeln.

Was sind Einfuhrabgaben?

Einfuhrabgaben ist ein Sammelbegriff für Kosten, die bei der Einfuhr einer Ware entstehen können.

Dazu gehören insbesondere:

  • Zoll
  • Einfuhrumsatzsteuer beziehungsweise Import VAT
  • Verbrauchsteuern
  • weitere länderspezifische Abgaben

Welche Einfuhrabgaben tatsächlich entstehen, hängt unter anderem ab von:

  • Zielland
  • Warenwert
  • Zolltarifnummer
  • Ursprungsland
  • Warenart
  • möglichen Präferenzabkommen

Paket International ermöglicht es, mögliche Einfuhrabgaben bereits im Checkout zu berechnen und in internationale Versandprozesse zu integrieren.

Versandkosten und Einfuhrabgaben berechnen

Wer bezahlt die Zollabfertigung bei DAP?

Bei DAP, Delivered At Place, organisiert der Versender den Transport bis zum vereinbarten Bestimmungsort.

Die Importabfertigung und die dabei anfallenden Einfuhrabgaben werden grundsätzlich vom Empfänger übernommen.

Der Empfänger kann deshalb während des Transports vom Versanddienstleister oder dessen Zollpartner kontaktiert werden.

Je nach Land und Carrier muss er beispielsweise:

  • Zoll bezahlen
  • Importsteuer bezahlen
  • zusätzliche Informationen bereitstellen
  • eine Vollmacht erteilen
  • gegebenenfalls Importdokumente einreichen

Werden benötigte Informationen oder Zahlungen nicht rechtzeitig bereitgestellt, kann die Sendung beim Zoll beziehungsweise im Carrier Depot zurückgehalten werden.

Wer bezahlt die Zollabfertigung bei DDP?

Bei DDP, Delivered Duty Paid, übernimmt der Versender grundsätzlich die mit der Einfuhr verbundenen Pflichten und vereinbarten Importkosten.

Dadurch kann der Empfänger seine Ware erhalten, ohne im vorgesehenen DDP Prozess zusätzlich mit Zoll und Importabgaben belastet zu werden.

Für internationale Online Shops ist DDP deshalb besonders interessant.

Die tatsächliche Umsetzung sollte jedoch vorab geklärt werden, da je nach Zielland unter anderem erforderlich sein können:

  • Importeurstruktur
  • steuerliche Registrierung
  • lokale EORI oder Importnummern
  • Zollvertretung
  • besondere Carrier Prozesse

Paket International unterstützt entsprechende internationale DDP und DAP Versandprozesse.

Garantierte Gesamtkosten mit Paket International

Eine wichtige Herausforderung beim internationalen Versand besteht darin, die tatsächlichen Gesamtkosten bereits vor dem Versand zu kennen.

Mit Paket International können je nach Versandmodell neben dem Transportpreis auch mögliche:

  • Zölle
  • Steuern
  • Einfuhrabgaben
  • weitere relevante Importkosten

berechnet werden.

Für entsprechende Platinkunden Setups bietet Paket International darüber hinaus garantierte Gesamtkosten.

Dadurch lassen sich internationale Versandkosten deutlich besser kalkulieren.

Ausfuhranmeldung aus Deutschland

Bei Sendungen aus Deutschland in ein Drittland kann eine förmliche elektronische Ausfuhranmeldung erforderlich sein.

Dies ist bei gewöhnlichen Ausfuhrverfahren insbesondere bei Sendungen relevant, deren Warenwert 1.000 Euro überschreitet oder deren Eigenmasse mehr als 1.000 Kilogramm beträgt.

Daneben gibt es Sonderfälle und Ausnahmen.

Eine Ausfuhranmeldung kann beispielsweise unabhängig vom Warenwert relevant werden, wenn:

  • genehmigungspflichtige Waren betroffen sind
  • besondere Ausfuhrverfahren genutzt werden
  • exportkontrollrechtliche Vorschriften greifen

Nach Annahme einer elektronischen Ausfuhranmeldung wird dem Vorgang eine MRN zugeteilt.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zum Ausfuhrbegleitdokument und zur MRN.

Zollabfertigung im Zielland

Die deutsche Ausfuhrabfertigung bestimmt nicht automatisch, wie eine Ware im Empfangsland behandelt wird.

Jedes Zielland kann eigene Vorschriften haben.

Das betrifft beispielsweise:

  • Wertgrenzen
  • Zolltarife
  • Importsteuern
  • Einfuhrgenehmigungen
  • Produktregistrierungen
  • Sicherheitsvorgaben
  • Kennzeichnungsvorschriften
  • Einfuhrverbote
  • Dokumentationspflichten

Deshalb ist die länderspezifische Zollprüfung ein zentraler Bestandteil des internationalen Versands.

Über unsere Länderübersicht finden Sie Informationen zu zahlreichen internationalen Versandzielen.

Zollabfertigung bei UPS, FedEx und DHL

Internationale Paket und Expressdienstleister übernehmen in vielen Fällen wesentliche operative Schritte der Zollabfertigung.

Dazu gehören beispielsweise:

  • elektronische Übermittlung von Zolldaten
  • Vorlage der Sendung beim Zoll
  • Kommunikation mit Empfänger oder Importeur
  • Erhebung von Einfuhrabgaben
  • Weiterleitung nach Zollfreigabe

Der Versanddienstleister entscheidet jedoch nicht selbst über Zollsatz oder gesetzliche Importvorschriften.

Die eigentliche zollrechtliche Entscheidung trifft die zuständige Zollbehörde.

Mit Paket International können verschiedene internationale Carrier in einem zentralen Versandprozess genutzt werden.

Zollabfertigung und Versanddokumente automatisieren

Für Unternehmen mit regelmäßigem internationalen Versand wird die manuelle Zollabwicklung schnell zeitaufwendig.

Bei jeder Bestellung müssen möglicherweise folgende Daten verarbeitet werden:

  • Empfänger
  • Warenbeschreibung
  • Warenwert
  • Zolltarifnummer
  • Ursprungsland
  • Gewicht
  • Paketmaße
  • Versandgrund
  • Lieferbedingung

Werden diese Informationen jedes Mal manuell in verschiedene Systeme übertragen, steigt das Fehlerrisiko.

Paket International ermöglicht die Übernahme entsprechender Daten aus Shop, ERP oder Warenwirtschaft.

Darauf aufbauend können unter anderem:

  • Versandlabel
  • Handelsrechnungen
  • Proforma Rechnungen
  • Zollinformationen
  • Exportdokumente
  • Trackingdaten

erzeugt beziehungsweise verarbeitet werden.

Mehr Informationen finden Sie unter technische Lösungen für Shop, ERP und WMS sowie auf unserer Versand API Seite.

Häufige Ursachen für Probleme bei der Zollabfertigung

Viele Zollverzögerungen lassen sich durch korrekte Daten bereits vor dem Versand vermeiden.

Besonders häufig sind:

Ungenaue Warenbeschreibung

„Parts“, „Accessories“, „Samples“ oder „Goods“ sind häufig zu allgemein.

Falscher Warenwert

Ein künstlich zu niedrig angesetzter Warenwert kann Rückfragen und Nachforderungen verursachen.

Falsche Zolltarifnummer

Die falsche Klassifizierung kann zu einem falschen Zollsatz oder zusätzlichen Prüfungen führen.

Falscher Warenursprung

Versandland und Ursprungsland werden häufig verwechselt.

Fehlende Handelsrechnung

Ohne ausreichende Rechnungsinformationen kann die Importabfertigung verzögert werden.

Widersprüchliche Dokumente

Warenwert, Gewicht, Beschreibung und Menge sollten auf Rechnung, Zollanmeldung und elektronischen Versanddaten übereinstimmen.

Fehlende Telefonnummer oder E Mail des Empfängers

Kann der Versanddienstleister den Empfänger bei einer Zollrückfrage nicht erreichen, kann die Sendung im Depot liegen bleiben.

Fehlende Importgenehmigung

Ein vollständiges Versandlabel ersetzt keine gesetzlich notwendige Einfuhrgenehmigung.

So vermeiden Sie Verzögerungen beim Zoll

Vor einer internationalen Sendung sollten Sie folgende Punkte prüfen:

1. Ware eindeutig beschreiben

Verwenden Sie eine konkrete und nachvollziehbare Warenbeschreibung.

2. Zolltarifnummer bestimmen

Prüfen Sie die richtige zolltarifliche Einreihung.

Mehr zur Zolltarifnummer

3. Warenwert korrekt angeben

Verwenden Sie einen realistischen und belegbaren Wert.

4. Ursprungsland prüfen

Geben Sie das tatsächliche Warenursprungsland an.

5. Versanddokumente vorbereiten

Prüfen Sie Handelsrechnung, Proforma Rechnung und gegebenenfalls weitere Dokumente.

Versandunterlagen richtig vorbereiten

6. Ausfuhranmeldung prüfen

Klären Sie, ob ein ABD beziehungsweise eine MRN erforderlich ist.

Mehr zu Exportdokumenten

7. Einfuhrvorschriften prüfen

Berücksichtigen Sie die Regeln des konkreten Empfangslandes.

Zielland auswählen

8. DAP oder DDP festlegen

Klären Sie vor Versand, wer die Einfuhrabgaben übernimmt.

9. Einfuhrkosten kalkulieren

Berücksichtigen Sie möglichst nicht nur den Transportpreis, sondern auch Zoll und Importsteuern.

Versand und Zollkosten berechnen

Zollabfertigung mit Paket International

Mit Paket International werden internationale Versand und Zollprozesse in einer Plattform zusammengeführt.

Unternehmen können unter anderem:

  • internationale Versandpreise vergleichen
  • verschiedene Carrier nutzen
  • Zolltarifnummern hinterlegen
  • Waren und Ursprungsdaten verwalten
  • Handels und Proforma Rechnungen erstellen
  • Exportdokumente erzeugen
  • ABD und MRN in relevante Prozesse integrieren
  • DAP und DDP abbilden
  • Einfuhrabgaben kalkulieren
  • Tracking zentral verwalten
  • Shop, ERP und WMS Systeme anbinden

Dadurch müssen internationale Versand, Zoll und Dokumentenprozesse nicht mehr vollständig getrennt bearbeitet werden.

Jetzt internationale Versand und Zollkosten berechnen

Häufige Fragen zur Zollabfertigung

Was ist eine Zollabfertigung?

Die Zollabfertigung bezeichnet die zollrechtliche Behandlung einer Ware bei Einfuhr, Ausfuhr oder einem anderen Zollverfahren. Dabei werden unter anderem Warenart, Zolltarifnummer, Wert, Ursprung und erforderliche Dokumente geprüft.

Brauche ich innerhalb der EU eine Zollabfertigung?

Für gewöhnliche Unionswaren im freien Verkehr ist zwischen EU Mitgliedstaaten grundsätzlich keine klassische Einfuhr und Ausfuhrzollabfertigung erforderlich. Für bestimmte Gebiete und Waren können Sonderregelungen bestehen.

Brauche ich eine Zollabfertigung für die Schweiz?

Ja. Die Schweiz gehört nicht zum EU Zollgebiet. Warensendungen aus Deutschland müssen deshalb grundsätzlich als Ausfuhr und anschließend in der Schweiz als Einfuhr behandelt werden.

Brauche ich eine Zollabfertigung für Großbritannien?

Ja. England, Schottland und Wales gehören seit dem Brexit nicht mehr zum EU Zollgebiet. Für Warensendungen sind entsprechende Zollinformationen erforderlich.

Wie wird der Zollwert berechnet?

Bei der Einfuhr in die EU wird vorrangig die Transaktionswertmethode verwendet. Grundlage ist der tatsächlich gezahlte oder zu zahlende Preis, der gegebenenfalls um bestimmte Kostenbestandteile angepasst wird.

Welche sechs Methoden zur Zollwertermittlung gibt es?

Die Methoden sind Transaktionswert, Transaktionswert identischer Waren, Transaktionswert ähnlicher Waren, deduktive Methode, errechneter Wert und Schlussmethode.

Sind Versandkosten Teil des Zollwerts?

Bei einer Einfuhr in die EU können Transport und Versicherungskosten bis zum maßgeblichen Ort des Verbringens in das EU Zollgebiet Teil des Zollwerts sein. Die genaue Behandlung hängt vom jeweiligen Fall ab.

Ist ein Geschenk automatisch zollfrei?

Nein. Für echte private Geschenksendungen bestehen in manchen Ländern besondere Freigrenzen. Bei der Einfuhr in die EU können unter bestimmten Voraussetzungen private Geschenksendungen bis 45 Euro abgabenfrei sein.

Muss bei kostenlosen Mustern ein Warenwert angegeben werden?

Ja. Auch kostenlos abgegebene Waren besitzen grundsätzlich einen wirtschaftlichen Wert. Für Zollzwecke muss deshalb normalerweise ein realistischer Wert angegeben werden.

Was ist der Unterschied zwischen Zoll und Einfuhrumsatzsteuer?

Zoll ist eine Abgabe, deren Höhe insbesondere von Zolltarifnummer, Zollwert und Ursprung abhängen kann. Die Einfuhrumsatzsteuer ist eine Steuer auf die Einfuhr und wird auf einer eigenen Bemessungsgrundlage berechnet.

Was ist der Unterschied zwischen DAP und DDP?

Bei DAP übernimmt grundsätzlich der Empfänger die Importabfertigung und Einfuhrabgaben. Bei DDP trägt der Versender die vereinbarten Importkosten und Pflichten.

Kann Paket International Einfuhrabgaben vorab berechnen?

Ja. Paket International kann mögliche Versandkosten, Zölle und Einfuhrabgaben in die Kalkulation internationaler Sendungen einbeziehen.

Einfuhrabgaben und Versandkosten berechnen

Kann Paket International meine Zolldokumente erstellen?

Paket International kann zahlreiche Zoll und Exportdokumente aus den hinterlegten Versand und Warendaten erstellen beziehungsweise in den Versandprozess integrieren.

Weitere Informationen finden Sie unter Exportdokumente automatisch erstellen.

Wie kann ich Zoll und Versand automatisieren?

Über Plugins und Schnittstellen können Produkt, Bestell und Zolldaten aus bestehenden Systemen übernommen werden. Mehr dazu erfahren Sie bei unseren technischen Lösungen.

Wo kann ich Versandkosten und Zollkosten berechnen?

Sie können Ihre internationale Sendung direkt über Paket International kalkulieren:

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