Welche Unterlagen müssen außen ans Paket?

Welche Unterlagen müssen außen an mein Paket?

Welche Unterlagen müssen außen an mein Paket?

Beim internationalen Versand reicht es nicht aus, die Ware richtig zu verpacken. Auch Versandlabel, Zolldokumente und Begleitpapiere müssen korrekt angebracht beziehungsweise elektronisch an den Versanddienstleister übermittelt werden.

Welche Dokumente tatsächlich außen an die Sendung gehören, hängt vom Carrier, Versandservice, Zielland und Wareninhalt ab.

Besonders wichtig: Bei modernen Expressdiensten werden Handels- und Proforma-Rechnungen häufig elektronisch übertragen. Das bedeutet jedoch nicht, dass grundsätzlich nie mehr Papierdokumente benötigt werden.

Versandservice und benötigte Unterlagen direkt für Ihre Sendung prüfen.

Welche Unterlage muss immer außen ans Paket?

Versandlabel

Das Versandlabel beziehungsweise der Paketaufkleber muss bei einer klassischen Paketsendung außen auf dem Packstück angebracht werden.

Das Label enthält unter anderem:

  • Absender und Empfänger
  • Sendungsnummer
  • Routinginformationen
  • Barcode beziehungsweise maschinenlesbare Codes
  • Informationen zum gebuchten Versandservice
Grundregel: Das Versandlabel muss während des gesamten Transports gut sichtbar, vollständig lesbar und problemlos scanbar bleiben.

Wo sollte das Versandlabel angebracht werden?

Am besten wird das Label auf einer großen und ebenen Fläche des vollständig verpackten Pakets angebracht.

Vermeiden Sie insbesondere:

  • Barcodes über Kartonkanten,
  • Falten im Versandlabel,
  • das Anbringen über dem Paketverschluss,
  • Umreifungsbänder über dem Barcode,
  • beschädigte oder schlecht haftende Labels.

Wie Pakete insgesamt transportsicher vorbereitet werden, erklären wir in unseren Verpackungstipps.

Alte Versandlabels entfernen
Wird ein gebrauchter Karton erneut verwendet, sollten alte Versandlabels, Barcodes und Routingetiketten vollständig entfernt oder unkenntlich gemacht werden. Mehrere sichtbare Barcodes können in automatisierten Sortieranlagen zu Fehlleitungen führen.

Das ist besonders bei Rücksendungen und Retouren wichtig.

Brauche ich innerhalb der EU Zolldokumente?

Bei einer normalen Warenbewegung von Unionswaren zwischen EU-Mitgliedstaaten werden grundsätzlich keine klassischen Drittlands-Zolldokumente wie CN22 oder CN23 benötigt.

Beispiele:

  • Deutschland → Frankreich
  • Deutschland → Italien
  • Deutschland → Niederlande
  • Deutschland → Österreich

Bei Sendungen in ein Drittland beziehungsweise eine Zollrelation werden dagegen regelmäßig zusätzliche Zolldaten und Dokumente benötigt.

Grundlagen dazu finden Sie im Beitrag Zollabfertigung beim internationalen Versand.

Handelsrechnung oder Proforma-Rechnung?

Handelsrechnung

Eine Handelsrechnung wird typischerweise verwendet, wenn ein tatsächlicher Verkauf beziehungsweise eine entgeltliche Warenlieferung vorliegt.

Beispiel:
Ein deutscher Online-Shop verkauft Ware für 500 Euro an einen Kunden in der Schweiz. Es liegt ein kommerzieller Verkauf vor – entsprechend wird grundsätzlich eine Handelsrechnung verwendet.

Proforma-Rechnung

Eine Proforma-Rechnung kommt häufig zum Einsatz, wenn keine gewöhnliche Verkaufstransaktion vorliegt, beispielsweise bei:

  • Warenmustern,
  • Geschenken,
  • Reparatursendungen,
  • Rücksendungen,
  • Garantieaustausch,
  • kostenlosen Ersatzlieferungen.

Auch kostenlose Waren benötigen grundsätzlich einen plausiblen Wert für Zollzwecke.

Eine ausführliche Erklärung finden Sie im Zollguide Handelsrechnung oder Proforma-Rechnung.

Muss die Handelsrechnung außen ans Paket?

Nicht immer. Bei vielen modernen Express- und Paketservices können Zolldokumente elektronisch an den Versanddienstleister übermittelt werden.

Je nach Carrier wird dieser Prozess beispielsweise bezeichnet als:

  • Paperless Trade
  • Paperless Invoice
  • Electronic Trade Documents
  • ETD
Wichtig: „Paperless“ bedeutet nicht, dass keine Handels- oder Proforma-Rechnung benötigt wird. Das Dokument wird lediglich elektronisch statt als Papierkopie übertragen.

Übersicht nach Versanddienstleister

VersanddienstleisterRechnung außen?Hinweis
DHL Paket / postalische ZollrelationMeist jaDie für das konkrete Postprodukt erzeugten Zolldokumente beachten.
DHL PremiumBuchung prüfenDie beim Versandauftrag ausgegebenen Dokumente sind maßgeblich.
DHL ExpressBei Paperless meist neinPaperless Trade ermöglicht die elektronische Übermittlung.
UPSBei Paperless meist neinUPS Paperless Invoice überträgt die Handelsdaten elektronisch.
FedExETD / EWO prüfenETD = elektronisch. EWO = zusätzlich Papieroriginale erforderlich.
DPDServiceabhängigDie beim Versandauftrag ausgegebenen Dokumente beachten.
GLSServiceabhängigAbhängig von Route und gebuchtem Zollprozess.
Österreichische PostProduktabhängigBei postalischen Zollsendungen gelten die jeweiligen Postvorgaben.
Spedition / FrachtIndividuellZollunterlagen werden häufig mit den Frachtpapieren verarbeitet.
Maßgeblich ist immer die konkrete Buchung.
Wenn Paket International oder der Carrier ein Dokument zum Ausdrucken und Anbringen bereitstellt, sollte dieses entsprechend verwendet werden.

FedEx: ETD und EWO richtig unterscheiden

ETD

Steht auf dem FedEx-Label ETD, werden die entsprechenden Handelsdokumente elektronisch übertragen. Zusätzliche Papierkopien sind im normalen ETD-Prozess grundsätzlich nicht erforderlich.

EWO

EWO – Electronic With Originals bedeutet, dass die Dokumente zwar elektronisch übermittelt wurden, zusätzlich aber Papieroriginale beziehungsweise Ausdrucke an der Sendung mitgeführt werden müssen.

Praxis-Tipp: Bei FedEx immer das tatsächlich erzeugte Versandlabel kontrollieren. ETD und EWO lassen sich dort direkt unterscheiden.

Was sind CN22 und CN23?

CN22 und CN23 sind Zollinhaltserklärungen des internationalen Postverkehrs.

Sie werden insbesondere bei postalischen Versandprodukten verwendet, zum Beispiel bei bestimmten:

  • DHL-Paket-International-Sendungen,
  • Päckchen,
  • Warenpost-Sendungen,
  • anderen internationalen Postprodukten.

Bei Expressdiensten wie UPS, FedEx oder DHL Express sind CN22 beziehungsweise CN23 normalerweise nicht die üblichen Zolldokumente.

Nicht verwechseln: CN22/CN23 gehören primär zum internationalen Postverkehr. Handels- beziehungsweise Proforma-Rechnungen werden dagegen auch in anderen internationalen Zollprozessen benötigt.

CN22 oder CN23?

Welche Zollinhaltserklärung benötigt wird, hängt nicht nur vom Warenwert ab, sondern insbesondere auch vom verwendeten postalischen Produkt.

Vereinfacht:

  • CN22 wird bei bestimmten kleineren beziehungsweise niedrigwertigen Postsendungen verwendet.
  • CN23 ist umfangreicher und wird insbesondere bei internationalen Paketen beziehungsweise entsprechenden höherwertigen Postsendungen verwendet.

Bei DHL Paket in zollpflichtige Länder ist CN23 das typische Formular.

CN22/CN23 ersetzt nicht automatisch die Handelsrechnung

Eine Zollinhaltserklärung und eine Handelsrechnung erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

DokumentFunktion
CN22 / CN23Postalische Zollinhaltserklärung
HandelsrechnungDokumentiert insbesondere den kommerziellen Verkauf und wichtige Zollwertdaten
Proforma-RechnungWird häufig bei Sendungen ohne gewöhnlichen Verkaufsvorgang verwendet

Welche Dokumente für welchen Fall benötigt werden, erklären wir ausführlicher unter Versanddokumente.

Was gehört auf eine Handels- oder Proforma-Rechnung?

Abhängig vom Vorgang sollten insbesondere folgende Angaben vorhanden sein:

  • vollständiger Absender,
  • vollständiger Empfänger,
  • Rechnungs- beziehungsweise Dokumentnummer,
  • Datum,
  • präzise Warenbeschreibung,
  • Menge,
  • Warenwert,
  • Währung,
  • Zolltarifnummer beziehungsweise HS-Code,
  • Ursprungsland,
  • gegebenenfalls Incoterm,
  • Versandgrund bei Proforma-Sendungen.

Angaben wie „Parts“, „Goods“ oder „Samples“ sind häufig zu ungenau.

Weitere Informationen zur Warenklassifizierung finden Sie unter Zolltarifnummer & HS Code.

Was gehört in die Dokumententasche?

Wenn der Versandservice physische Dokumente verlangt, können je nach Sendung beispielsweise enthalten sein:

  • Handelsrechnung,
  • Proforma-Rechnung,
  • CN23,
  • Ursprungsnachweise,
  • Genehmigungen,
  • weitere vom Carrier oder Zoll verlangte Begleitunterlagen.

Die transparente Dokumententasche sollte:

  • fest am Paket angebracht werden,
  • gut zugänglich sein,
  • keinen Barcode verdecken,
  • nicht über eine Kartonkante geklebt werden,
  • während des Transports geschlossen bleiben.

Mehrpaketsendungen

Bei mehreren Packstücken benötigt jedes Paket grundsätzlich sein eigenes korrektes Versandlabel.

Beispiel:
Paket 1 von 3
Paket 2 von 3
Paket 3 von 3

Wie Zollunterlagen auf die einzelnen Packstücke verteilt werden, hängt vom Carrier und Versandprodukt ab.

Auch Maße und Gewichte müssen pro Packstück korrekt angegeben werden. Mehr dazu unter Dimensionen und Gewichte für Pakete.

Zusätzliche Kennzeichnungen bei Gefahrgut

Bei Gefahrgut können zusätzlich erforderlich sein:

  • Gefahrzettel,
  • UN-Nummern,
  • Lithium Battery Marks,
  • Handling Labels,
  • weitere Gefahrgutkennzeichnungen.

Diese dürfen nicht durch Versandlabel oder Dokumententaschen verdeckt werden.

Mehr dazu im Beitrag Gefahrgut versenden.

Retoure aus einem Drittland

Eine Rücksendung beispielsweise aus der Schweiz, Großbritannien oder den USA nach Deutschland benötigt ebenfalls eine korrekte Zollabwicklung.

Die Retoure sollte nicht einfach als:

Gift – 0 EUR

deklariert werden.

Stattdessen sollte der tatsächliche Vorgang als Retoure beziehungsweise Rückware dokumentiert und möglichst mit der ursprünglichen Sendung verbunden werden.

Mehr dazu unter Zoll bei Retouren aus Drittländern.

ABD und MRN

Ausfuhranmeldung, MRN und Ausfuhrbegleitdokument gehören zum zollrechtlichen Ausfuhrverfahren und dürfen nicht mit Versandlabel oder Handelsrechnung verwechselt werden.

Ob und wie entsprechende Begleitinformationen bei der physischen Sendung benötigt werden, richtet sich nach dem konkreten Ausfuhr- und Transportprozess.

Mehr dazu im Zollguide Ausfuhranmeldung, ABD & MRN.

Typische Fehler bei den Versandunterlagen

Handelsrechnung vergessen
Fehlende Rechnungsdaten können zu Zollrückfragen, Verzögerungen, Lagerkosten oder Rücksendungen führen.
Unterschiedliche Werte in Papier- und elektronischer Rechnung
Alle übermittelten Dokumente sollten dieselben Warenwerte, Mengen, Ursprungsangaben und Warenbeschreibungen enthalten.
Warenbeschreibung zu allgemein
„Parts“, „Goods“ oder „Sample“ sind häufig nicht ausreichend. Die Ware sollte konkret beschrieben werden.
Warenwert 0 Euro
Auch kostenlose Waren besitzen für Zollzwecke grundsätzlich einen Wert.
CN22/CN23 bei jedem Carrier verwenden
Die Formulare gehören hauptsächlich zum internationalen Postverkehr und sind nicht die Standarddokumente von UPS, FedEx oder DHL Express.
Paperless mit „keine Rechnung benötigt“ verwechseln
Die Rechnung wird weiterhin benötigt – sie wird lediglich elektronisch übertragen.

Checkliste vor der Abholung

  • Ist auf jedem Packstück das richtige Versandlabel?
  • Ist der Barcode vollständig sichtbar?
  • Sind alte Versandlabels entfernt?
  • Stimmen Maße und Gewicht mit der Buchung überein?
  • Ist bei Drittlandsware eine Handels- oder Proforma-Rechnung vorhanden?
  • Wurde die Rechnung elektronisch übermittelt?
  • Verlangt der Carrier trotzdem Papierkopien?
  • Werden CN22 oder CN23 benötigt?
  • Sind notwendige Genehmigungen oder Zertifikate vorhanden?
  • Sind bei Gefahrgut alle Kennzeichnungen sichtbar?

Wie die Übergabe an die Versanddienstleister funktioniert, erklären wir unter Abholung und Versand von Sendungen.

Merksatz: Nicht möglichst viele Dokumente ans Paket kleben, sondern genau die Unterlagen verwenden, die für den gebuchten Versandservice erforderlich sind.

Versandservice auswählen und internationale Sendung vorbereiten.

Häufige Fragen

Was muss immer außen auf das Paket?

Bei einer klassischen Paketsendung muss das gültige Versandlabel gut sichtbar und scanbar außen angebracht werden.

Muss die Handelsrechnung immer außen ans Paket?

Nein. Bei Paperless- beziehungsweise ETD-Verfahren kann sie elektronisch übertragen werden. Unterstützt die konkrete Relation diesen Prozess nicht, können Papierkopien erforderlich sein.

Brauche ich bei UPS CN22 oder CN23?

Normalerweise nicht. UPS verwendet eigene Zoll- und Handelsdokumentenprozesse.

Brauche ich bei FedEx CN22 oder CN23?

Normalerweise nicht. FedEx nutzt eigene Zollprozesse und Electronic Trade Documents.

Was bedeutet FedEx ETD?

ETD steht für Electronic Trade Documents. Die Handelsdokumente werden elektronisch übermittelt.

Was bedeutet FedEx EWO?

EWO steht für Electronic With Originals. Zusätzlich zur elektronischen Übertragung sind Papierdokumente erforderlich.

Muss jedes Paket einer Mehrpaketsendung ein Label haben?

Ja. Jedes physische Packstück muss eindeutig identifiziert werden können und benötigt grundsätzlich sein eigenes Carrierlabel.

Was passiert bei fehlenden Zolldokumenten?

Fehlende oder widersprüchliche Unterlagen können zu Rückfragen, Verzögerungen, zusätzlichen Kosten oder einer Rücksendung führen.

Passende Artikel